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Alte

Die “Alte” wird gern gleichbedeutend zu die “Tussi”, “Tante” oder ähnlichen Ausdrücken verwendet.

Häufig wird dieser Ausdruck von Menschen gebraucht, die in ihrem geläufigem Sprech i.d.R. nur die männliche Form verwenden (“Die meisten Politiker sind Idioten”) und dennoch postulieren, sie würden damit alle Geschlechter meinen.

Doch ab und an passiert es ihnen, dass sie doch nicht von allen Geschlechtern sprechen wollen. Dann und zwar nur dann benutzen sie gerne explizit die weibliche Form. Dies ist hier offensichtlich auch nötig, denn “Alter” meint anscheinend etwas ganz anderes wie “Alte”.

Doch wo liegt der Unterschied in diesen beiden Worten?

“Alter” wird häufig von männlichen* Menschen jemand benannt, der auf Augenhöhe angesprochen wird, z.B. ein Kumpel oder Freund. “Alte” wird vielmehr benutzt, um eine (leicht) abfällige Konnotation zu erzeugen, bei der es wesentlich ist, das Geschlecht der Person zu markieren: (“Die Alte da …”)

Es macht weiterhin keinen Unterschied aus welcher Geschlechterposition (oder Rolle) diese Benennung gebraucht wird, um ein abwertendes Gefälle auf Grund des Geschlechtes der so betitelten Person zu erzeugen. Es reicht die Benennung des Geschlechtes der bezeichneten Person.

Mensch kommt also schnell zu dem Schluss, dass bei diesem Wort, allein schon durch die allgemeine Abwertung des weiblichen Geschlechts keine Augenhöhe besteht. Augenhöhe ist übrigens nicht zu verwechseln mit wohlwollendem Sexismus: “Die Alte sieht aber scharf aus” verrät sehr viel darüber, in welcher Rolle sich die bewertende Person sieht.

Denn wer bewertet das Aussehen? Aus wessen Blickwinkel wird hier bewertet. Wem steht es zu, so ein allgemeingültig formuliertes Urteil zu äußern? Und wer stellt sich hier über wen?

Wer sich gegen ein Ungleichgewicht der vielen Geschlechter wehren möchte, muss aufpassen, dass keine asymmetrischen Benennungen statt finden, die in der weiblichen Form anders verstanden (und gemeint) werden, als in der männlichen Form.

Daher ist im diskriminierungsfreien Sprachgebrauch unbedingt auf den Ausdruck “Alte*” zu verzichten. Alternativen bieten: die Person oder der Mensch
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