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Flüchtling

Lehrling, Däumling, Flüchtling?

Im aktuellen Diskurs um die Rechte Flüchtender, hat sich der Begriff “Flüchtling” durchgesetzt. Doch schaut mensch dieses Wort genauer an, fällt schnell die diminutive Form durch die Verkleinerungsendung "-ling" auf. Diese Verkleinerungsform bagatellisiert, ähnlich wie bei Worten wie "Häuptling" die Position der so bezeichneten Personen und verschleiert, dass es sich hier um einen Menschen mit (oft traumatisierender) Fluchterfahrung handelt.

Somit steht diese Wort im krassen Gegensatz zu Ausdrücken wie "Asylanten(-Flut)", die für eine als "unsere Gesellschaft" definierte Gruppe eher wie eine nicht bedrohliche und zerstörende Naturgewalt klingt. Geht es also darum, Angst vor Menschen mit Fluchterfahrung zu verbreiten, wird schnell zu solchen Worten gegriffen. Geht es aber um den (eigenen) Kampf für die Rechte von Menschen mit Fluchterfahrung, wird all zu gerne der Begriff des “Flüchtlings” verwandt, der einer emanzipatorischen Wahrnehmung dieser Gruppe von Menschen stark entgegen steht.

Mediale Stimmungsmache mit angeblich so hohen “Flüchtlingszahlen” in Europa funktioniert ähnlich wie bei dem Wort “Asylant_in” auch dadurch, dass Menschen mit ganz unterschiedlichem Rechtsstatus mit der Verwendung einer einzigen Bezeichnung zu einer großen Gruppe zusammen geschloßen werden. Eine differenzierte Wahrnehmung der Einzelnen Positionen und Interessen wird so unmöglich.

Wer sich in den aktuellen Diskurs einmischen möchte, verwende besser den tatsächlichen Status der Personen, über die sie_er spricht: Asylbewerber_in, Flüchtende_r, Mensch mit Fluchterfahrung.
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