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mongoloid

Immer noch kann mensch hier und da die Bezeichnung "mongoloides Kind", oder gar "Mongo" für ein Kind mit Down-Syndrom hören. Letzteres sogar als Schimpfwort für Menschen, die das Down-Syndrom gar nicht haben.

Im Falle des Schimpfwortes ist für die meisten Menschen einfach zu verstehen, dass ein Schimpfwort, welches einen Menschen abwerten soll, weil er mit einer Person verglichen wird, der eine Behinderung widerfährt nicht nur politisch inkorrekt, sondern in schwerem Maße menschen-verachtend ist (vgl. "Du Spast"). Es wertet die bezeichnete Person, aber auch alle Menschen mit Down-Syndrom ab.

Doch was ist mit der Bezeichnung "mongoloid"?

Der Neurologe John Langdon-Down, nach dem das Syndrom heute allgemein bennant wird, hatte den Begriff "mongolid" wegen der Ähnlichkeit in den Gesichtsmerkmalen mit der "ethnischen" Gruppe der Mongolen gewählt und somit auch geprägt.

Natürlich fühlt sich diese Gruppe auch nicht wohl damit, dass Gesichtsmerkmale der Menschen mit Trisomie 21 nach ihrer Nationalität und ihrem Aussehen benannt wurden. Selbstverständlich geht es dabei nicht darum, Menschen mit dem Down-Syndrom nun auch noch aus einer anderen Richtung zu diskriminieren, sondern um die Diskriminierung mongolischer Menschen, denen wegen ihres Aussehens eine Beeinträchtigung unterstellt werden kann und teilweise immer noch wird.

In diesem Zusammenhang scheint es offensichtlich, dass Kinder der "ethnischen" Gruppe der Mongolen, leicht Opfer von Ausdrücken wie "Mongo" werden.

Um all diese schmerzlichen Diskriminierungen zumindest sprachlich zu unterbinden, bietet es sich an die Bezeichnungen Mensch/Kind mit Down-Syndrom oder Trisomie 21 zu verwenden, die von keiner der oben genannten Gruppen als Beleidigung aufgefasst werden.

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